Icon ÖffnungszeitenÖffnungszeiten heute: Heute 10.00 Uhr - 18.00 Uhr

Bildung und VermittlungOutreachKleine Projekte

Neben der Vermittlung im Museum selbst, ist es uns wichtig, Kunst und Ausstellungen aus dem Museum in die Stadtgesellschaft Bremen und damit in das Alltagsleben der Bremer*innen zu bringen. Menschen zu ermöglichen, Kunst zu begegnen, ohne dass sie eine Barriere überwinden müssen. Dazu gehören nachhaltige und langfristige Projekte in Kooperation mit Stadtteilorganisationen, Vereinen und Bildungseinrichtungen oder das temporäre Ausleihen von Kunstwerken an Schulen, aber auch an öffentliche Einrichtungen wie die Bremische Bürgerschaft, das Hospiz Lilge-Simon-Stift oder das Haus der Zukunft in Bremen.

Wir verstehen Outreach nicht nur als Möglichkeit, das Museum außerhalb des Gebäudes zu den Menschen zu bringen, sondern es bedeutet für uns auch, dass alle Menschen mit Ideen und Lebenswirklichkeiten zu uns ins Museum kommen können. Das Rahmenprogramm unserer Ausstellungen bietet die Möglichkeit das Museums für Autor*innen, Musiker*innen, Tänzer*innen und Schauspiel zu öffnen.

Ein besonderes Kooperationsprojekt „Auf den Tisch!“ mit dem Wilhelm Wagenfeld-Haus, dem Gerhard-Marcks-Haus und Kultur Vor Ort e. V. Gröpelingen lief über einen längeren Zeitraum von Juni 2022 bis Dezember 2024. Schulklassen besuchten die Museen und die Galerie „Roter Hahn“. Sie arbeiteten mit Bremer Künstler*innen zur Form- und Bildsprache der ausgestellten Werke von Marcks und Wagenfeld. Jeweils drei Ausstellungen in den beteiligten Häusern präsentierten die Ergebnisse der Schüler*innen.

Anlass des Projekts war die Diskussion in der Bremer Politik über eine Initiative, die sich mit „Freiem Eintritt für Alle“ in die Museen beschäftigte. Aufgrund von museologischen Forschungsergebnissen und den Erfahrungen von „freien Tagen“, dass kostenloser Eintritt weder die Gruppe der Besucher*innen vergrößere noch diverser mache, einigten sich der Senator für Kultur (die das Projekt förderten) und die Direktor*innen der Bremer Museen darauf, dass die geplanten Gelder für Outreach-Projekte verwendet werden sollten.

Mit unseren Outreach-Projekten reagieren wir auf aktuelle Themen: Während der Corona-Pandemie eröffneten wir Ausstellungen, die von den offiziellen Beschränkungen nicht betroffen waren, da man sie zu jeder Zeit und im öffentlichen Raum anschauen konnte.
Sechs Skulpturen von Robert Schad fanden unter dem Motto „Bremen vierkant“ ihren Weg in den Stadtteil Gröpelingen, während Figuren unseres „Hausmeisters“ als „SuperMarcks“ in Blumenthal zu sehen waren.

Die Künstlerin Birgit Ramsauer entwickelte 2022 in unserem Museum ein pädagogisches Projekt für Kinder und Jugendliche, bei dem es darauf ankam, dass bremische und ukrainische Kinder gemeinsam, ohne die gleiche Sprache zu sprechen, über Bildhauerei kommunizierten.

Projekte

Unsere Skulpturen bewegen sich aus dem Museum in die Stadtteile, Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen ins Museum! Das Gerhard-Marcks-Haus besitzt etwa 600 Bronzeplastiken von Gerhard Marcks und anderen Bildhauer*innen – es gibt also viel zu entdecken. Gleichzeitig gibt es in Bremen ein großes soziales Gefälle, sodass Kinder und Jugendliche aus bestimmten Stadtteilen nie in ein Museum kommen.

Unsere Lösung: Die Skulpturen kommen zu den Schüler*innen in die Schule: Wir stellen der Schule ein Kunstwerk zur Verfügung und es wird Teil des Umfelds der Schüler*innen, die sich in einem nächsten Schritt inhaltlich und künstlerisch mit ihm auseinandersetzen. Im Unterricht und im Atelier des Gerhard-Marcks-Hauses erarbeiten die Schüler*innen ihre eigenen Kunstwerke. Häufig werden die Ergebnisse auch im Museum für einen gewissen Zeitraum ausgestellt. Das Ziel ist: Kunst und Kultur als Selbstverständlichkeit für alle Gruppen und Schichten der Gesellschaft zu etablieren.

Nachdem sich die Schüler*innen der Wilhelm-Kaisen-Oberschule in Huckelriede im Jahr 2024 die »Schwimmerin II« von Gerhard Marcks für ihren Kunstunterricht gewünscht haben, haben sie sich nun für das Schuljahr 2025/26 die Skulpturengruppe „Pablo und Pablito“ für ihren Kunstunterricht ausgesucht.

Die Schüler*innen der Gesamtschule Ost Bremen (GSO) in Osterholz-Tenever haben gleich eine ganze Ausstellung mit dem Titel „Tiere und so weiter“ kuratiert: Zusehen waren 2024 nicht nur verschiedene Tiere von Marcks (wie das „Ruhende Kamel“, die „Büffelkuh“ und die „Hyäne“), sondern der eigentliche Ausstellungsstar waren die eigenen Plastiken, Druckgrafiken und Zeichnungen der Schüler*innen.

Zuletzt war auch der „Prometheus und der Zeus-Adler“ von Gerhard Marcks in der Wilhelm-Olbers-Schule in Hemelingen. Dort haben sich die Schüler*innen über einen längeren Zeitraum mit der Figur selbst, aber auch mit der mythologischen Geschichte und dem Adler beschäftigt.

In Zusammenarbeit von Kultur Vor Ort e. V. in Bremen-Gröpelingen und dem Gerhard-Marcks-Haus entstehen im „Atelierhaus Roter Hahn“ seit über 20 Jahren gemeinsame Ausstellungen und Aktionen: ob als Galerieausstellung mit zeitgenössischen Künstler*innen oder Skulpturen aus unserer Sammlung, Museumsbesuche im Gerhard-Marcks-Haus oder Unterstützung bei kulturellen Veranstaltungen wie z. B. dem jährlichen Erzählfestival „Feuerspuren“.

Der Stadtteil befindet sich im Westen Bremens und gehört zu den demografisch jüngsten sowie internationalsten Quartieren der Stadt. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Festivals und Einrichtungen bietet Gröpelingen seinen Bewohner*innen viele Möglichkeiten an kultureller Partizipation, gleichzeitig ist hier die Hemmschwelle, ein Museum zu besuchen, besonders hoch. An diesem Punkt setzen wir an.