Archiv

 

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Figur tut weh.
18.01.2015 - 12.04.2015

Figur tut weh.

Positionen um Wieland Försters Große Neeberger Figur

Kann in einer Diktatur ein Meisterwerk entstehen? Die „Große Neeberger Figur“ – ein Hauptwerk der europäischen Kunst – die der 1930 in Dresden geborene Bildhauer Wieland Förster Anfang der 1970er-Jahre schuf, ist eine Ikone der Bildhauerei der DDR und steht im Zentrum der Ausstellung. Gezeigt wird keine monografische Retrospektive, sondern ein kaleidoskopisches Bild um die Frage nach der Darstellung des Menschen in der Kunst um 1970. Es werden dabei Positionen aus Ost und West zu Themen wie abstrahierte Figur, Schmerz, Entkleidung und Realismus gezeigt.

Die „Große Neeberger Figur“ erinnert zwar in ihrer Struktur an einen menschlichen Körper, aber sie ist zuallererst eine plastische Konstruktion. Sie stellt weder dar, wie die Natur ist, noch wie diese sein müsste. Sie zeigt weder Ideal, Realität noch Utopie, sondern markiert figürliche Bildhauerei als einen autonomen Bereich. Damit schlug der Bildhauer Förster einen bemerkenswerten Bogen zwischen Ideen über den Realismus und Entwicklungen in der westeuropäischen Bildhauerei.

Bild: Große Neeberger Figur, 1971-1974, Bronze, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015

Christian Helwing
26.04.2015 - 02.08.2015

Christian Helwing:

Marcks und das Museum

Es liegen Welten zwischen Gerhard Marcks (1889-1981) und Christian Helwing (geb. 1969). Der eine steht für klassische, figürliche Bildhauerei, der andere für raumbezogene Konzeptkunst. Helwing, der an der Hochschule für Künste Bremen studierte, Meisterschüler von Yuji Takeoka war und heute in Riga lebt, befasst sich in seiner Kunst mit der Interaktion zwischen Objekt, Architektur und der Rolle des sich bewegenden Betrachters im Raum. Umfassende Raumskulpturen werden in seiner Ausstellung im Gerhard-Marcks-Haus die einzelnen Räume besetzen, gliedern und strukturieren. Die Werke von Gerhard Marcks wie zum Beispiel zwei dutzende Porträtbüsten oder lebensgroße Terracottafiguren werden Teil der eigenen Arbeit Helwings. Seine minimalistisch anmutenden plastischen Einbauten sind in der Lage, unverwechselbare wie prägnante Raumsituationen entstehen zu lassen.

Christian Helwings Werke bewegen sich zwischen Bildhauerei und Architektur. Seine Ausstellung ist das sichtbare und körperlich erfahrbare Ergebnis einer Recherche, die er über zwei Jahre im Museum machte. In dieser Zeit setzte sich der Künstler intensiv mit den architektur-, aber auch den sozialhistorischen Bedingungen des Museums auseinander sowie mit dem bildhauerischen Werk von Gerhard Marcks.

Bild: © VG Bild-Kunst Bonn, Bonn 2016

Gerhard-Marcks-Haus Fassade
08.2016 - 10.2016

Ausstellungen 2015 und 2016

Das Gerhard-Marcks-Haus wurde von August 2015 bis Oktober 2016 umgebaut. Während dieser Zeit verlegte das Museum seine Aktivitäten schwerpunktmäßig in den Stadtteil Gröpelingen und zeigte im Atelierhaus Roter Hahn und im Quartierbildungszentrum Morgenland (QBZ) Ausstellungen. Es gab noch weitere Ausstellungsorte: Museen Böttcherstraße, das Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst, das Haus der Bürgerschaft und die Kulturkirche St. Stephani.

Urban myth. Geschichten um Orpheus
06.09.2015 - 13.11.2015

Urban myth. Geschichten um Orpheus

Ort: Atelierhaus Roter Hahn

Im Zentrum der Ausstellung  „urban myth“ steht die Bronzefigur „Orpheus“ von Gerhard Marcks. Die Ausstellung erzählt in Ton und Bild von Orpheus‘ ungewöhnlichen Begegnungen in den Straßen Gröpelingens. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Skulptur und die Wahrnehmung des Stadtraums zusammenspielen und wie der öffentliche Raum Einfluss nimmt auf die Betrachtung eines Kunstwerks. Die Ausstellung wurde von Studentinnen des Masterstudiengangs Kunst- und Kulturvermittlung der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit dem Gerhard-Marcks-Haus  konzipiert. Ausgangspunkt war von Anfang an, dass Ausstellung und Vermittlung zusammengedacht und entwickelt wurden.
Parallel zu dieser Ausstellung wurde vom 7. September bis zum 16. Oktober 2015 im Quartierbildungszentrum Morgenland die Ausstellung: „Marcks Holzschnittfolge »Orpheus« –  ein Comicstrip mit Lücken“ gezeigt.

Bild: © VG Bild-Kunst Bonn, Bonn 2016

Gerhard Marcks, Porträtbüste Maria Marcks, 1933, Zement, VG Bild-Kunst, Bonn 2016 und Bernhard Hoetger, Lee Hoetger, 1913, Bronze, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
04.10.2015 - 24.01.2016

Bernhard Hoetger und Gerhard Marcks

Eine Tradition – zwei Welten

Nach dem Krieg hat sich Gerhard Marcks (1889–1981) ganz direkt und vehement für den Erhalt des Bildhauernachlasses von Bernhard Hoetger (1874–1949) eingesetzt. Wohl wissend, dass er und Hoetger auch künstlerisch einer anderen Generation angehörten, war ihm die Stellung Hoetgers als führender Bildhauer zwischen 1910 und 1930 bewusst. Es galt daher, das künstlerische Werk seines Kollegen für die Nachwelt zu sichern. Die Ausstellung zeigt in Gegenüberstellung repräsentative Werke beider Bildhauer und differenziert damit das Bild von einer einheitlichen Tradition.

Eine Ausstellungskooperation mit den Museen Böttcherstraße
Öffnungszeiten: Di bis So 11 bis 18 Uhr
Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen

Bild: Gerhard Marcks, Porträtbüste Maria Marcks, 1933, Zement, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 und Bernhard Hoetger, Lee Hoetger, 1913, Bronze, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Gertrud Schleising, Dancing in the street, 2015, VG Bild-Kunst, Bonn 2016
22.11.2015 - 29.01.2016

Forever young. Gertrud Schleising bittet Gerhard Marcks zum Tanz

Ort: Atelierhaus Roter Hahn

Gertrud Schleising (geb. 1954) nimmt sich der mythologischen Figur Silvanus von Gerhard Marcks auf spielerische, unkonventionelle Art und Weise an. Die Künstlerin, die in den 1970er-Jahren eine klassische Tanzausbildung absolvierte, zeichnet und collagiert Bilder und Bildgeschichten um die Gestalt Silvanus, verwendet Wort- und Bildschnipsel sowie andere Materialien und baut Fragmente dieser Fundstücke in ihre gezeichneten Bilder. Schleising versetzt den Tänzer auf einer riesigen Wandcollage, aber auch in  kleinen Schaukästeninstallationen, in immer neue Szenarien und bedient sich des gesamten kunsthistorischen Repertoires.
Parallel zu dieser Ausstellung wurde vom 23. November 2015 bis zum 29. Januar 2016 im Quartier- bildungszentrum Morgenland (QBZ) die Ausstellung „Gebannt auf Papier“ gezeigt.

Bild: Gertrud Schleising, Dancing in the street, 2015, VG Bild-Kunst, Bonn 2016