Der Bilderhauer Edzard Hobbing gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Künstlern Heidelbergs, die sich insbesondere dort und in den umliegenden Städten mit zahlreichen monumentalen Bildwerken einen Namen machte. Für die Ausstattung der Heiliggeistkirche in Heidelberg etwa schuf er unter anderem den Altar, das Altarkreuz und den Taufstein aus rotem Sandstein. Weitere großformatige Arbeiten, darunter Grabsteine, Kruzifixe, Gedenktafeln und Wandreliefs, finden sich im öffentlichen Raum.
Neben Porträtplastiken fertigte Hobbing in den 1950er- und 1960er-Jahren kleinformatige Bronzefiguren, die Menschen oder Tiere zeigen. Die wohl auffälligsten Merkmale dieser Plastiken sind ihre schlank proportionierten, überlängten Gliedmaßen und die damit einhergehende Reduktion von Körperlichkeit, wodurch sie besonders filigran erscheinen. Häufig hielt der Künstler die Figuren in einer Bewegung fest, die durch die überlängten Extremitäten raumgreifender und expressiver erscheint. Mythologische und religiöse Themen verleihen seinen Figuren zudem einen erzählerischen Charakter.
Hobbing blieb stets dem Figürlichen verbunden, obgleich sich durch die Vereinfachung der anatomischen Darstellungen auch abstrahierende Tendenzen in seinen Arbeiten finden.
Dünngliedrige Gestalten und der linienbetonte, grafische Stil kennzeichnen auch Hobbings Kohle-, Kreide-, Bleistift- und Filzstiftzeichnungen etwa aus Skizzenbüchern.
Die Sammlung des Gerhard-Marcks-Hauses umfasst insgesamt 29 Werke von Edzard Hobbing.
Biografie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1909 | geboren in Berlin |
| 1928–1930 | Steinmetzlehre bei Fritz Klimsch |
| 1930 | Vereinigte Staatsschule für freie und angewandte Kunst in Berlin, Schüler von Wilhelm Gerstel |
| 1936 | Meisterschülerprüfung |
| 1937 | Studienaufenthalt in Paris |
| 1939 | Preußische Akademie der Künste, Meisterschüler von Richard Scheibe |
| 1941 | Rompreis |
| 1941–1945 | Kriegsdienst in Frankreich |
| 1945–1949 | Mitarbeiter der Bauhütte Heiliggeist in Heidelberg |
| ab 1949 | freischaffender Künstler in Heidelberg |
| 1960 | Stipendium der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom |
| 1974 | gestorben in Heidelberg |
