Der deutsch-französische Künstler Hans (Jean) Arp ist eine zentrale Figur der europäischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Er stand in engem Kontakt zum „Blauen Reiter“, war Gründungsmitglied des Dadaismus, stellte gemeinsam mit den Pariser Surrealist*innen aus und bewegte sich im Kreise der Konstruktivist*innen.
Das Arpsche Œuvre umfasst Gedichte sowie Texte zur Kunst, Zeichnungen, Collagen, Textilarbeiten, Reliefs, druckgrafische sowie plastischen Werke.
In den frühen 1930er-Jahren konzentrierte sich Arp, der zuvor hauptsächlich als Maler, Zeichner und Dichter auftrat, zunehmend auf (voll-)plastische Arbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte er sich auf dem internationalen Kunstmarkt und erhielt in dieser Zeit zahlreiche öffentliche Aufträge und Preise.
Heute ist Hans Arp vor allem als Bildhauer für seine abstrakt-organischen Formen und glatten Oberflächen bekannt. Eine wesentliche Grundlage seines künstlerischen Schaffens bildet das prozesshafte und nahezu zyklische Arbeiten: Das Wiederverwenden und Variieren, die kontinuierliche Überarbeitung und Neuinterpretation seiner eigenen Formschöpfungen ziehen sich durch sein gesamtes Werk. Dabei orientierte er sich an Wachstums- und Wandlungsprozessen der Natur und machte sich das Prinzip der Metamorphose zu eigen. 2023 erhielt das Gerhard-Marcks-Haus eine Schenkung von 21 Gipsen sowie einer Bronze der Stiftung Arp e. V., Berlin/Rolandswerth. Seit 2009 forschen Wissenschaftler*innen unseres Museums gemeinsam mit denen der Stiftung Arp zu seiner Bildhauerei.
Biografie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1886 | geboren in Straßburg |
| 1905–1907 | Studium an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar bei Ludwig von Hofmann |
| 1908 | Besuch der Académie Julian in Paris |
| 1911 | Mitbegründer der Malergruppe Der Moderne Bund in Weggis (CH) |
| 1916 | Mitbegründer der Dada-Bewegung in Zürich |
| 1931–1934 | Mitglied der Gruppe Abstraction-Création |
| 1937 | Mitglied der Allianz |
| 1954 | Großer Preis der XXVII. Biennale in Venedig für Bildhauerei |
| 1963 | Grand Prix National des Arts |
| 1966 | gestorben in Basel |
