Heinz-Günter Prager (geb.1944) gehört zu den bekannten Vertretern der konkreten Kunst und prägte die bildhauerische Szene Westdeutschlands seit den 1970er-Jahren maßgeblich. Am Anfang seines Schaffens stehen stark abstrahierte Büsten und Torsi aus lackiertem Holz. Anfang der 1970er-Jahre wendet er sich dem industriellen Material Eisen zu und beginnt seine Werke aus streng geometrischen Grundformen zu konzipieren. Grundlage seiner Arbeit bilden gleichwohl ein auf den Menschen bezogenes Referenzmaß (175 cm) sowie Vorstellungen des stehenden, liegenden und sich anlehnenden Körpers. Seit 1991 entsteht eine Werkgruppe mit großen Ronden aus Schmiedestahl. Zwischen 1999 und 2004 folgen Objektgruppen aus Terrakotta. Neben der plastischen Arbeit tritt Heinz-Günter Prager als Zeichner und Grafiker in Erscheinung. Wie seine Plastiken strahlen sie ein dezidiertes Formverständnis sowie das Verlangen nach einer haptisch-materiellen Präsenz aus. 2024 schenkte der Bildhauer ein großes Konvolut von Plastiken und Grafik an die Gerhard-Marcks-Stiftung.
Biografie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1944 | Geboren in Herne (Westfalen) |
| 1964–1968 | Studium an der Werkkunstschule Münster (heute Münster School of Design) |
| 1973 | Arbeitsstipendium des Kulturkreises im BDI (Bund Deutscher Industrie) |
| 1973/74 | Villa Romana-Preis, Florenz |
| 1975 | Einzelausstellung im Museum Folkwang, Essen |
| 1977 | Teilnahme an der documenta 6, Kassel |
| 1982/83 | Rompreis Villa Massimo |
| 1983–2010 | Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig |
Heinz-Günter Prager lebt und arbeitet in Köln und Plomeur (Bretagne).
