Nicht nur durch die Vase „Hallesche Form“, ihr Weißporzellan für KPM und die Entwürfe für eines der ersten Service der Luftfahrtgeschichte ist Marguerite Friedlaender-Wildenhain eine der wichtigsten Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie prägte auch international als Lehrerin Generationen von Keramiker*innen am Bauhaus, der Burg Giebichenstein und später ihrer eigenen Schule, der Pondfarm.
Gerhard Marcks war es, der sie als Leiterin der Keramik an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein holte, wo sie die Klasse eigenständig aufbaute. Die beiden lernten sich kennen, als Friedlaender-Wildenhain als Studentin ans Bauhaus kam und sie blieben (mit Unterbrechungen) bis zu Marcks‘ Lebensende 1981 befreundet.
In der Sammlung des Gerhard-Marcks-Hauses befindet sich ein Konvolut an Friedlaender-Wildenhains Gebrauchskeramik. Es umfasst unter anderem verschiedene Krüge, eine Sauciere und einen Henkelbecher aus dem Nachlass von Gerhard Marcks.
Biografie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1896 | geboren in Écully (bei Lyon, Frankreich) |
| 1917/18 | Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Kunstgewerbeschule, Berlin |
| 1918/19 | arbeitete als Dekorentwerferin in einer Porzellanmanufaktur in Thüringen |
| 1919–1925 | Studium und Mitarbeit in der keramischen Werkstatt des Staatlichen Bauhauses in Weimar (bis 1920) und Dornburg (1922 Gesellenprüfung) |
| 1925–1933 | Leiterin der Keramikwerkstatt der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale) |
| 1926 | Meisterprüfung; sie gilt als erste weibliche Töpfermeisterin |
| 1933 | Entlassung und Emigration über die Schweiz in die Niederlande. Aufbau der Keramikwerkstatt „Het Kruikje“ in Putten |
| 1940 | Emigration in die USA |
| 1940–1942 | Leiterin der Keramikwerkstatt des College of Arts and Crafts in Oakland |
| ab 1942 | Gründung und Betrieb der Künstlerkolonie Pond Farm bei Guerneville (Kalifornien), später „Pondfarm Pottery“ |
| 1969 | Verleihung der Ehrendoktorwürde durch das Luther College |
| 1985 | stirbt auf der Pondfarm |
