Michael Schoenholtz gehörte zu den deutschen (Stein-)Bildhauern der Nachkriegszeit, die bei aller Abstraktion ihrer Werke stets Verweise auf Figürliches bewahrten. Schoenholtz erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1968 den Burda-Preis für Bildhauerei, 1970 den Villa-Romana-Preis oder den Karl-Ernst-Osthaus-Preis im Jahr 1983.
Seine plastischen Arbeiten der 1960er- und 1970er-Jahre zeigen vorwiegend abstrahierte, in sich verrenkte, teils fragmentierte Figuren oder einzelne Körperteile. Ab den 1980er-Jahren wird seine Formensprache kantiger und strenger. Es entstehen wesentlich reduziertere, archaisch bis architektonisch anmutende Steinskulpturen, die sich zu blockhaften oder stelenartigen Formationen verdichten.
Neben den plastischen Eigenschaften zerlegter Körper(teile) und der Verbindung unterschiedlicher Elemente miteinander, interessierten Schoenholtz grundsätzliche bildhauerische Probleme, wie das Verhältnis von Masse und Volumen, von Statik und Bewegung, von Geschlossenheit und Offenheit oder von Solitär und Gruppe. Die Formen, die Schoenholtz aus dem Stein gewann, leitete er vom Werkprozess selbst sowie den Eigenschaften des jeweiligen Werkstoffes ab.
Parallel zu seinen Skulpturen entwickelte der Künstler ein ausdrucksstarkes zeichnerisches und druckgrafisches Werk. Die in der Regel großformatigen Tusche-, Bleistift- und Kohlezeichnungen weisen durchaus formale wie inhaltliche Bezüge zu den plastischen Arbeiten auf: Menschliche Figuren, Körperteile, blattfüllende Formgebilde oder gitterartige Strukturen heben sich in markantem Schwarz vom weißem Papier ab.
Biografie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1937 | geboren in Duisburg |
| 1956–1957 | Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Köln |
| 1957–1963 | Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, Meisterschüler von Ludwig Gabriel Schrieber |
| 1968 | Mitglied des Deutschen Künstlerbundes |
| 1971 | Stipendiat der Villa Massimo, Rom |
| 1971–2005 | Professur für Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin |
| 1996–2019 | Mitglied der Akademie der Künste Berlin |
| 1997–2003 | Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg |
| 2019 | gestorben in Berlin |
