Vorschau

 

Atelierhaus Roter Hahn

Mit der Linie um die Welt

Skizzenbücher von Gerhard Marcks, Helga Clauss und Bengt Beutler
Kontexte – Kontinente – Kulturen – Sujets –Techniken

Die Ausstellung im Atelierhaus Roter Hahn widmet sich einem besonderen künstlerischen Medium: dem Skizzenbuch. Die in Skizzenbüchern notierten Zeichnungen und Bemerkungen zeugen von großer Unmittelbarkeit, Spontanität und sind von formaler wie inhaltlicher Heterogenität geprägt. Als eine Art Speichermedium genutzt, halten die drei Künstler darin ihre je eigenen flüchtigen Impressionen, Wahrnehmungen, Gedanken und persönlichen Erinnerungen fest, um sie später neu eventuell aufzugreifen und zu reflektieren. Gleichzeitig bieten sie einen geschützten Raum, um ein eigenes Kunstwerk zu entwickeln.
In der Ausstellung wird die Frage gestellt:  Beginnt die Linie im Nichts und endet sie im Nichts? Kommt sie aus einer Welt, der sie Konturen gibt und oder führt sie in eine mit Bleistift, Feder oder Tusche umrissenen andere Welt?

 

Michael Kienzer

Michael Kienzer

Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt eine Einzelausstellung des Wiener Bildhauers Michael Kienzer (geboren 1962). Auf den ersten Blick ist sein Werk spröde und minimal, auf den zweiten Blick zeigt sich eine Bildhauerei, die alle Bedingungen ihres Entstehens vermittelt …

Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt eine Einzelausstellung des Wiener Bildhauers Michael Kienzer (geboren 1962). Auf den ersten Blick ist sein Werk spröde und minimal, auf den zweiten zeigt sich eine Bildhauerei, die alle Bedingungen ihres Entstehens vermittelt und so wortwörtlich zum Lesen in die Tiefe anregt.


links: Verhängnis, 2014, Stahl, Aluminium

© VG Bild-Kunst Bonn, Bonn 2017

 

Kosmos Marcks

Still allein

Ein Meisterwerk entsteht in unruhigen Zeiten

1932 entsteht die Bronze „Still Allein“. Sie ist eines der zentralen Werke der deutschen Bildhauerei der 1930er-Jahre und gleichzeitig Teil einer Gruppe von Plastiken, Zeichnungen und Druckgrafiken, die Marcks nach seinem Modell Trude Jalowetz (1910–1976) anfertigte.

Marcks und Jalowetz hatten sich an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale kennengelernt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Trude Jalowetz trotz Protest von Seiten Marcks’ die Schule und infolgedessen auch Deutschland verlassen. Als stiller Protest steht  „Still allein“ programmatisch für Marcks innere Emigration während der Zeit der NS-Diktatur.


links: Gerhard Marcks. Eos, 1934, Bronze

© VG Bild-Kunst Bonn, Bonn 2017

 

Annemarie Strümpfler

Pavillon = Kamera = Werk

2. Juli – 15. September: Rauminstallation
16. September – 12. November: Werkschau

Nach dem Prinzip der „Camera Obscura“ wird der Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses mit seinen architektonischen Besonderheiten zu einer begehbaren Kamera, einer temporären, vom Einfall des Lichts abhängigen Rauminstallation. Über kleine ‚Blendenöffnungen’ an den Fenstern fällt Licht und projiziert aus unterschiedlichen Perspektiven das Außen ins Innere des abgedunkelten Raums faktisch als ‚live-streaming’ und verwandelt diesen zu einer neuen erfahrbaren, raum- und ortsbezogenen Wirklichkeit, deren Teil der Betrachter selbst ist.
Die fotografischen Ergebnisse, die im Pavillon entstanden sind und unterschiedliche Blickwinkel der Kamera auf die Umgebung zeigen, werden als kleine Werkschau vorgestellt.


links: Pavillon=Kamera=Werk, 2016, Fotomontage

 

Gerhard Marcks

Wege aus dem Bauhaus.

Gerhard Marcks und sein Freundeskreis

Eine Ausstellungskooperation des Neuen Museum Weimar (17.08.2017–5.11.2017) und des Gerhard-Marcks-Hauses.

Der Bildhauer Gerhard Marcks (1889–1981) gehörte nicht nur zu den ersten Lehrern am neu gegründeten Bauhaus, er stand auch wie kaum ein zweiter Künstler für die ursprüngliche Idee einer gemeinschaftlichen Erneuerung aller Künste durch das Handwerk. Sein künstlerisches Konzept, die damit einhergehende Pädagogik und nicht zuletzt die enge menschliche Verbundenheit zwischen Marcks und seinen Kollegen bzw. seinen Schülern, verschaffte diesem frühen künstlerischen Ideennetzwerk eine Wirkkraft weit über Europa hinaus. Zahlreiche hochkarätige Exponate von Bauhaus-Künstlern, Korrespondenzen, fotografische Dokumentationen sowie eine interaktive mediale Netzwerkstation beleuchten den künstlerischen Ideentransfer dieser Künstler von 1919 bis in unsere Gegenwart hinein.


links: Gerhard Marcks, Frauenakt mit Tuch, 1920, Linde

© VG Bild-Kunst Bonn, Bonn 2017