Vorschau

 

Gerhard Marcks

Wege aus dem Bauhaus.

Gerhard Marcks und seine Freunde

Eine Ausstellungskooperation des Neuen Museum Weimar (17.08.2017–5.11.2017) und des Gerhard-Marcks-Hauses.

Der Bildhauer Gerhard Marcks (1889–1981) gehörte nicht nur zu den ersten Lehrern am neu gegründeten Bauhaus, er stand auch wie kaum ein zweiter Künstler für die ursprüngliche Idee einer gemeinschaftlichen Erneuerung aller Künste durch das Handwerk. Sein künstlerisches Konzept, die damit einhergehende Pädagogik und nicht zuletzt die enge menschliche Verbundenheit zwischen Marcks und seinen Kollegen bzw. seinen Schülern, verschaffte diesem frühen künstlerischen Ideennetzwerk eine Wirkkraft weit über Europa hinaus. Zahlreiche hochkarätige Exponate von Bauhaus-Künstlern, Korrespondenzen, fotografische Dokumentationen sowie eine interaktive mediale Netzwerkstation beleuchten den künstlerischen Ideentransfer dieser Künstler von 1919 bis in unsere Gegenwart hinein.


links: Gerhard Marcks, Jüngling, 1921, Holz, vergoldet, Privatbesitz - Oskar Schlemmer, Abstrakte Figur, 1921/23, Bronze vernickelt, Museum Moderne Kunst, Wien

© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

 

Gerhard Marcks

Raum und Kommunikation

Gruppendarstellungen im Werk von Gerhard Marcks

Immer wieder hat sich Gerhard Marcks (1889–1981) in seinem Schaffen mit Figurengruppen auseinandergesetzt.

Ihn beschäftigte dabei auf inhaltlicher Ebene das Miteinander der Gestalten: Mutter und Kind, Ahne und Enkelin, Freunde, Liebespaare. In formaler Hinsicht empfand er die Verschränkung mehrerer Figuren als interessantes bildhauerisches Problem. Neben Achsen und Berührungspunkten zwischen den Figuren spielten hier vor allem räumliche Bezüge eine Rolle. So schrieb er über die Drei Grazien von 1957: „Es ist eigentlich nur der Raum, von 3 Gittermädchen eingefasst.“


links: Gerhard Marcks, Drei Grazien, 1957, Bronze

© VG Bild-Kunst, Bonn 2017

 

Daniel Wrede

Daniel Wrede

Terms and Conditions

Daniel Wrede interessiert sich für Eigenschaften und Erscheinungsformen alltäglicher Materialien und Objekte. Er entwickelt neue konzeptionelle Strategien, die er aus dem Material, den spezifischen Eigenschaften und deren Erscheinungsformen herleitet.

Mit präzisen Interventionen werden banale Gegenstände verändert um überraschende, mal groteske Anordnungen und Situationen herbeizuführen.Für die Ausstellung im Pavillon hat Wrede neue Arbeiten geschaffen, die er als Gruppe aufeinander bezieht. Der Künstler beschreibt seine Arbeit mit folgendem Zitat aus dem Buch von Karl Ove Knausgård – Das Amerika der Seele: „Das meditativ und religiös gefärbte Erlebnis des Jetzt, diese ungeheure Konzentration auf den Augenblick, die enorme Wellen von Verbundenheitsgefühlen mit der Welt auslöst, und vielleicht nichts weiter sagt als „ich existiere“, ist nur möglich, wenn die Welt sichtbar wird als Welt und nicht als die Welt des Ichs, und das tut sie nur, wenn dieses Ich außerhalb von ihr steht. In ein und derselben Bewegung entfernt die Kunst uns von der Welt und führt uns näher zu ihr heran, zu dieser himmelsumspannten und sich langsam bewegenden Materie, aus der auch unsere Träume sind.“


links: Aus der Reihe: Paradies 04.1, 2017, Objekt, Silikon, Spanplatte