Gerhard-Marcks-Haus Vorschau

 

Elisabeth Frink

Elisabeth Frink

Man is an Animal

Ab dem 1. November 2020 zeigen wir eine monografische Ausstellung zum Werk der englischen Bildhauerin Dame Elisabeth Frink (1930-1993).

Ab dem 1. November 2020 zeigen wir eine monografische Ausstellung zum Werk der englischen Bildhauerin Dame Elisabeth Frink (1930-1993). In England gehört sie zum Kanon der modernen Bildhauerei, auf dem europäischen Festland ist sie jedoch nahezu unbekannt. Unsere Ausstellung ist die erste umfängliche Einzelausstellung zu ihrem Werk in einem europäischen Museum außerhalb Großbritanniens. Als Kooperationspartner und Folgestation konnten wir das Museum Beelden aan Zee in Den Haag gewinnen.

Die geplante Ausstellung hat nicht den Anspruch einer Retrospektive, sondern sie möchte mit einer gezielten Werkauswahl die Neugierde an einem bildhauerischen Werk wecken. Der Fokus liegt dabei auf den Männerdarstellungen von Frink, die ihr OEuvre neben Tierplastiken ab 1954 dominieren und in dieser Dominanz einzigartig sind. Frink hat mehrmals ihre ambivalente Beziehung zum Faszinosum „Mann“ beschrieben. Körperlicher Anziehung stehen abstoßende Eitelkeit und Gewalt bis zur Selbstzerstörung gegenüber.


links: Elisabeth Frink, Riace Warriors, IV, I, III, 1986-1988, Bronze

 

Stefan Tümpel

Stefan Tümpel

Stühle mit Haltung

Manchmal scheint es, als wäre die Bildhauerei eine Kunstform »zwischen den Stühlen«. Sie ist geformtes Objekt und Bild zugleich und von Werk zu Werk verschieben sich die Verhältnisse.

Manchmal scheint es, als wäre die Bildhauerei eine Kunstform »zwischen den Stühlen«. Sie ist geformtes Objekt und Bild zugleich und von Werk zu Werk verschieben sich die Verhältnisse. Wann wird zum Beispiel Design zu Bildhauerei? Wenn es unbrauchbar wird, oder kommen andere Aspekte ins Spiel? Stefan Tümpel (geb. 1945) schuf Entwürfe für Stühle, auf denen man nicht sitzen kann, aber es zeigte sich, dass diese Stühle ganz andere Botschaften mit sich tragen. Sie agieren im Raum und daraus entwickelte Tümpel sogenannte »Ikonen« mit eigenwilligem Charakter. Es entsteht eine Art Körpersprache der Stühle, die Assoziation zu menschlichen Erfahrungen in der Kommunikation und im Miteinander erzeugen. Seine Stühle stehen oftmals für eine unbequeme, unangenehme und unsichere Situation, wie zum Beispiel während der Finanzkrise oder heute in der Coronakrise.


links: Stefan Tümpel, „Entweder… Oder…“, Holz, 2020

 

Suse Itzel und Gesa Lange

Suse Itzel und Gesa Lange

»Tela«

Der Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses wird sich in einen Denkraum zur Architektur verwandeln. Dazu haben die Künstlerinnen Suse Itzel (geb. 1984) und Gesa Lange (geb. 1972) eine Rauminstallation geschaffen, deren Wandflächen und Bauteile ein neues Raumgefüge schaffen.

Der Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses wird sich in einen Denkraum zur Architektur verwandeln. Dazu haben die Künstlerinnen Suse Itzel (geb. 1984) und Gesa Lange (geb. 1972) eine Rauminstallation geschaffen, deren Wandflächen und Bauteile ein neues Raumgefüge schaffen. Ausgehend von Raumvolumen und Innenform des Gebäudes werden die beiden eine Stahlkonstruktion als Raum im Raum bauen.

Die Struktur der Decke, die aus den zwei ineinander geschobenen Dächern des Pavillons entsteht, und die unregelmäßige Anordnung seiner Fenster werden – in verkleinertem Maßstab – in das Stahlgerüst übertragen. Die Konstruktion ist architektonischer Einbau, Objekt und Raumzeichnung zugleich. Die Kanten des realen Pavilloninnenraums werden durch dunkle Linien betont und verstärken den Eindruck einer räumlichen, mehrdimensionalen Zeichnung.


links: Suse Itzel, Gesa Lange, Tela Pattern, Nr.1, Filzstift auf Transparentpapier (Ausschnitt) 2020

 

Elisabeth Wagner

Elisabeth Wagner

Elisabeth Wagner (geb. 1954) gehört zu den wenigen Bildhauern, die mit großer Selbstverständlichkeit zwischen figürlichen und abstrakten Modi wechseln.

Elisabeth Wagner (geb. 1954) gehört zu den wenigen Bildhauern, die mit großer Selbstverständlichkeit zwischen figürlichen und abstrakten Modi wechseln. Der Gegenstand ihrer Kunst ist die Bildhauerei mit all ihren Möglichkeiten. Die Künstlerin, die seit 1996 an der Muthesius Akademie in Kiel lehrt, arbeitet bevorzugt mit Materialien, die nicht die Schwere der Tradition mit sich tragen. In ihrem Œuvre gibt es weder Bronze noch Marmor, dafür Gips, Pappe und Tannenzapfen.


links: Elisabeth Wagner, Das Staunen, 2018

© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Dorothee Prühl

Dorothee Prühl

Ornament und Skulptur

Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde.

Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde. Die Idee, dass bildende Kunst und Design sich gegenseitig befruchten, führte zur Einrichtung einer Metallwerkstatt, die sowohl in Richtung Bildhauerei als in Richtung Schmuck ausbildete. Das Werk von Prühl entstammt dieser produktiven Verbindung.


links: Dorothea Prühl, Kragen, 2014, Titan, Edelstahl, Gold, Länge einer Form 16 cm, Foto: Mattias Ritzmann

 

Koper/Ogiermann

Koper/Ogiermann

Schwarm

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden Künstlerin Dina Koper und des Komponisten Christoph Ogiermann ist ein visuell-elektroakustisches Projekt.

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden Künstlerin Dina Koper und des Komponisten Christoph Ogiermann ist ein visuell-elektroakustisches Projekt. Grundausstattung des Raums sind aus unzähligen Abbildungen und Zeichnungen von Koper zusammengesetzte, den Raum füllende „Fraktale Gehänge“. Auf den Gehängen erzeugen Licht und Videoprojektionen stets neue skulpturale Raumeindrücke. Die mehrkanalige Arbeit von Ogiermann für dieses Projekt ist aus instabilen Schwingkreisen gewonnene elektroakustische Musik, die an „natürliche“ Massenphänomene erinnert. In ihren Bedeutungsebenen kreist die Arbeit um mögliche Themen wie Schwärme, Dickicht aber auch um Sexualität, Mythos und Körper.


links: Dina Koper, Im Schwarm, 2020