Gerhard-Marcks-Haus Vorschau

 

Ruud Kuijer

Ruud Kuijer

Alles ändert sich

Der Bildhauer Ruud Kuijer (geboren 1959) ist bekannt für seine abstrakten Skulpturen aus gewöhnlichen Materialien wie Holz, Beton, Stein und Stahl.

In den Skulpturen des Bildhauers Ruud Kuijer (geboren 1959) geht es um Körperlichkeit und Abstraktion, um Masse und Volumen, um physische Präsenz und Materialität, um Schwerkraft und das Verhältnis zum Boden. Der Künstler interessiert sich für die Traditionen der Bildhauerei (Gewicht, Material und Bewegung im Raum), aber er hat den ständigen Wunsch, Grenzen zu überschreiten und neue Kombinationen zu finden. Sein Ziel: zum Kern dessen, was Skulptur ist, zu gelangen.

Kuijer arbeitet mit Fundstücken und Industrie- und Baumaterialien, entwickelt seine plastischen Konstellationen im direkten Umgang mit dem Material, das mal Holz, mal Stahl, mal Beton sein kann – und natürlich in abstrakter Form. Er ist als Bildhauer für seine großen und kleinen Betonskulpturen bekannt geworden. Er integriert Alltagsgegenstände wie Eimer oder Kinderbecken in seine monumentalen Arbeiten und verwendet für kleine Bilder viel Einwegmaterial wie Hamburger oder Shampooflaschen aus Kunststoff.
Der Bildhauer arbeitet intuitiv und fühlt und bewegt sich mit den Teilen, bis das Ganze überraschend und ausgeglichen ist. Trotz des hohen Gewichts der Skulpturen wirken sie leicht und verspielt. Die Arbeiten sind offen und assoziativ und vermeiden eine tiefere gesellschaftskritische Anklage. Er überlässt die Interpretation dem Betrachter. Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt die erste Retrospektive in Deutschland.

 


links: Ruud Kuijer, Ohne Titel, 1997, Stahl und Beton

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Ngozi Schommers

Haare sind politisch!

Ngozi Schommers. The Way We Mask

Wenn Ngozi Schommers (*1974) auf Reisen geht, dann ist ihre Kunst immer dabei: Es kann sein, dass ein Werk in Ghana begonnen und in Deutschland vollendet wird – oder auch anders herum.

Wenn Ngozi Schommers (*1974) auf Reisen geht, dann ist ihre Kunst immer dabei: Es kann sein, dass ein Werk in Ghana begonnen und in Deutschland vollendet wird – oder auch anders herum. Manchmal reisen die Werke sogar mehrmals mit ihr zwischen den Orten hin und her. Denn die Künstlerin lebt in beiden Ländern und hat in beiden Heimaten auch Ateliers. Im Gerhard-Marcks-Haus wird sie demnächst eine Einzelausstellung haben, unter dem Titel „The Way We Mask“. Zu sehen ist eine Mischung aus kleinen Skulpturen, raumgreifenden Installationen und Zeichnungen. Ngozi Schommers überzeugt mit ihren intelligent durchdachten Kunstwerken, dazu auch mit einer spannenden Formsprache. Mit ihren Arbeiten spricht sie vor allem wichtige gesellschaftliche Themen an“. Die Bilder und Objekte behandeln die Themen Identität, Erinnerung und Kultur, aber auch den Kolonialismus. Eine wichtige Komponente in Schommers Nachdenken über diese Themen sind Haare, Frisuren und dazu gehörige Traditionen sowie der Umgang mit ihnen. Ihre Kunstwerke treffen den Nerv von aktuellen politischen Diskursen – das beweisen nicht nur ihre internationalen Ausstellungen z. B. in Kent (Ohio), London, Ystad und Lagos.


links: Ngozi Schommers, Selbstporträt, 2018

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Patricia Lambertus

 

zweijahrtausendfern

Die bildgewaltige Rauminstallation im Gerhard-Marcks-Haus basiert auf den historischen Wandmalereien der antiken Stadt Pompeji und bringt diese in einen zeitgenössischen Kontext.

 

Die bildgewaltige Rauminstallation basiert auf den historischen Wandmalereien der antiken Stadt Pompeji und bringt diese in einen zeitgenössischen Kontext. Innerhalb des Bildraumes gibt es diverse Schichten von Bildern, die wie archäologische Stratigrafien gelesen werden können, der Schichtenkunde, mit dem Fundhorizonte analysiert und datiert werden. Die Installation bewegt sich im Spannungsverhältnis von Fiktion und Realität sowie von Schönheit und Zerstörung. Historisch-gesellschaftliche Ereignisse und ihre Zusammenhänge sowie ihre Relevanz und Resonanz in der Gegenwart werden aufgespürt und bildnerisch umgesetzt. Der Fokus liegt hier bei den Brüchen, Rissen und Schnittstellen.


links: Patricia Lambertus, zweijahrtausendfern, 2021

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Elisabeth Wagner

hinten links ist Schimmer

Skulpturen und Zeichnungen von Elisabeth Wagner

Elisabeth Wagner (geb. 1954) gehört zu den wenigen Bildhauern, die mit großer Selbstverständlichkeit zwischen figürlichen und abstrakten Modi wechseln.

Elisabeth Wagner (geb. 1954) gehört zu den wenigen Bildhauern, die mit großer Selbstverständlichkeit zwischen figürlichen und abstrakten Modi wechseln. Der Gegenstand ihrer Kunst ist die Bildhauerei mit all ihren Möglichkeiten. Die Künstlerin, die seit 1996 an der Muthesius Akademie in Kiel lehrt, arbeitet bevorzugt mit Materialien, die nicht die Schwere der Tradition mit sich tragen. In ihrem Œuvre gibt es weder Bronze noch Marmor, dafür Gips, Pappe und Tannenzapfen.


links: Elisabeth Wagner, Das Staunen, 2018

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Dorothea Prühl

Dorothea Prühl

Ornament und Skulptur

Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde.

Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt wurde. Die Idee, dass bildende Kunst und Design sich gegenseitig befruchten, führte zur Einrichtung einer Metallwerkstatt, die sowohl in Richtung Bildhauerei als in Richtung Schmuck ausbildete. Das Werk von Prühl entstammt dieser produktiven Verbindung.


links: Dorothea Prühl, Kragen, 2014, Titan, Edelstahl, Gold, Länge einer Form 16 cm, Foto: Mattias Ritzmann

 

Koper/Ogiermann

Koper/Ogiermann

Schwarm

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden Künstlerin Dina Koper und des Komponisten Christoph Ogiermann ist ein visuell-elektroakustisches Projekt.

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden Künstlerin Dina Koper und des Komponisten Christoph Ogiermann ist ein visuell-elektroakustisches Projekt. Grundausstattung des Raums sind aus unzähligen Abbildungen und Zeichnungen von Koper zusammengesetzte, den Raum füllende „Fraktale Gehänge“. Auf den Gehängen erzeugen Licht und Videoprojektionen stets neue skulpturale Raumeindrücke. Die mehrkanalige Arbeit von Ogiermann für dieses Projekt ist aus instabilen Schwingkreisen gewonnene elektroakustische Musik, die an „natürliche“ Massenphänomene erinnert. In ihren Bedeutungsebenen kreist die Arbeit um mögliche Themen wie Schwärme, Dickicht aber auch um Sexualität, Mythos und Körper.


links: Dina Koper, Im Schwarm, 2020