Gerhard-Marcks-Haus Vorschau

 

Bildhauerinnen

Bildhauerinnen

Die Ausstellung nimmt erstmals überhaupt das bildhauerische Schaffen von vier Künstlerinnengenerationen in Deutschland in den Blick.

 

Künstlerinnen hatten es in Deutschland lange schwer: Viele von ihnen wurden verkannt und nicht wahrgenommen. Für die vermeintlich »unweiblichste aller Künste«, der Bildhauerei, gilt dies besonders. Die Werke von Frauen wurden – bis auf ein paar wenige vergleichsweise bekannte Ausnahmen, wie Käthe Kollwitz, Clara Rilke-Westhoff oder Renée Sintenis – nur vereinzelt von Museen gesammelt. So verschwanden die meisten von ihnen nahezu vollständig aus dem kunsthistorischen Bewusstsein und es entstand der Eindruck, es hätte sie nie gegeben.

Dass dieser Eindruck jedoch täuscht, zeigt die neue Sonderausstellung »Bildhauerinnen«, die ab Mai 2019 in Bremen zu sehen sein wird und sich über zwei Ausstellungshäuser erstreckt: Vom 5. Mai bis zum 11. August präsentieren das Gerhard-Marcks-Haus und die Museen Böttcherstraße gemeinsam knapp 100 Werke aus 150 Jahren Bildhauerei von rund 50 Bildhauerinnen. Erstmals wird das bildhauerische Schaffen von vier Künstlergenerationen im 19. und 20. Jahrhundert in den Fokus genommen, um Entwicklungen und Umbrüche der weiblichen Bildhauerei zu markieren. Dabei gilt es, von Werk zu Werk Gründe und Kriterien aufzuzeigen, die ihre Achtung oder Missachtung bestimmten, um somit auch sichtbar zu machen, wie sehr scheinbar objektive Qualitätskriterien in gesellschaftlichen Vorstellungen verankert waren und sind.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Bremer Museen Böttcherstrasse, des Gerhard-Marcks-Hauses und der Städtischen Museen Heilbronn.


links: Hanna Koschinsky, Sitzende Frau, um 1912, Bronze

 

Kosmos Marcks

Kosmos Marcks

Marguerite Friedlaender-Wildenhain und Gerhard Marcks

Den Bildhauer Gerhard Marcks (1898—1981) und die Keramikerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain (1896—1985) verband eine Freundschaft, die seit ihrem Kennenlernen am Bauhaus (1919) ihr Leben lang bestand.

Den Bildhauer Gerhard Marcks (1898—1981) und die Keramikerin Marguerite Friedlaender-Wildenhain (1896—1985) verband eine Freundschaft, die seit ihrem Kennenlernen am Bauhaus (1919) ihr Leben lang bestand. Besonders intensiv war die Beziehung während der gemeinsamen Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein (1925—1933).
Der »Kosmos Marcks« zeigt neben einigen von Marcks‘ plastischen Arbeiten, die während seiner Zeit an der »Burg« entstanden, auch Skulpturen und Zeichnungen nach dem Modell Marguerite Friedlaender-Wildenhain, sowie eine Auswahl Friedlaender-Wildenhains Keramiken. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem »Kunstverein Talstraße« in Halle.


links: Marguerite Friedlaender-Wildenhain (Entwurf), KPM (Ausführung), Blumenvasen Halle, 1931, Porzellan, weiß, Sammlung Joachim Rossow/ Privatbesitz, Foto: Christoph Sandig

 

Stephanie Baden

Stephanie Baden

Tempietto

Die Hamburger Künstlerin Stephanie Baden verwirklicht im Pavillon und im Außenbereich des Gerhard-Marcks-Hauses Installationen mit Grenzsteinen.

Die Hamburger Künstlerin Stephanie Baden verwirklicht im Pavillon und im Außenbereich des Gerhard-Marcks-Hauses Installationen mit Grenzsteinen. Angeregt durch die Zickzacklinie der Bremer Wallanlagen, auf der der Pavillon steht, reflektiert sie die Vermessung des Raumes und das daraus resultierende Thema der Grenzen. In Zeichnungen und Fotografien (Screenshots) widmet sie sich der veränderten Wahrnehmung unseres Lebensraumes durch die Medien. Auch hierbei steht die direkte Umgebung des Museums im Fokus ihrer Arbeiten.


links: Stephanie Baden, Trigonometrischer Punkt, 2019, Foto: W. Melzer