Gerhard-Marcks-Haus Vorschau

 

Meisterschüler*innen

HfK- Meisterschüler*innen
Weaving Echoes

Eine Kooperation der Hochschule für Künste Bremen und des Gerhard-Marcks-Hauses

Die Ausstellung der Meisterschüler*innen der Hochschule für Künste gibt einen facettenreichen Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion Bremens.

Die Ausstellungen der Meisterschüler:innen der Hochschule für Künste gibt einen Einblick in die Qualität und Vielfalt der aktuellen Kunstproduktion Bremens. Präsentiert werden neue Werke. Vertreten ist die gesamte Breite der Gegenwartskunst von Malerei, Keramik und Plastik bis hin zu ortsbezogenen Interventionen, Klangarbeiten sowie Raum- und Videoinstallationen. Ein besonderer Höhepunkt ist die an die Ausstellung gekoppelte Verleihung des Karin Hollweg Preises am Donnerstag, den 14. Juli um 18.30 Uhr. Mit 15.000 Euro dotiert gehört er zu den wichtigsten Kunstförderpreisen an deutschen Kunsthochschulen. Die ausstellenden Künstler*innen: Aria Farajnezhad, Christian Andrés Rosales Fonseca, Yohan Koo, Elizaveta Kovalenko, Stéphane Tony Krust, Jiwoo Park, Martin Reichmann, Konstanze Spät, Nala Tessloff, Francisco Valenca Vaz.

Im Museumsraum verweben die Künstler*innen eigene individuelle Positionen, die sie in den letzten Jahren erarbeitet haben, mit denen der anderen und legen assoziative Verbindungen in ihre Umwelt und in die Stadt Bremen hinein. „Weaving Echoes“ spiegelt die Vielseitigkeit und auch die grundsätzlich kooperative Haltung dieser jungen Künstler*innen in Bremen wider. Die Ausstellung im Gerhard-Marcks-Haus ist ein gemeinsames Projekt von zehn Meisterschüler*innen der HfK-Bremen und dem Museum.

 

 

Dietrich Heller

Dietrich Heller – Dynamische Steine

Wie behauptet sich eine Figur im Raum und mit welchen künstlerischen Mitteln lässt sich diese Wirkung verändern? Eine Frage, die den Bremer Bildhauer Dietrich Heller (geboren 1965) in seinen Arbeiten immer wieder aufs Neue reizt.

Wie behauptet sich eine Figur im Raum und mit welchen künstlerischen Mitteln lässt sich diese Wirkung verändern? Eine Frage, die den Bremer Bildhauer Dietrich Heller (geboren 1965) in seinen Arbeiten immer wieder aufs Neue reizt. Seine jüngste Reihe von 12 Stein-skulpturen aus Marmor, Kalkstein und Travertin ist eine Interpretation zur Malerei der Sibyllen und Propheten Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle Roms. Die dynamisch-räumliche Wirkung von Michelangelos Werken faszinierte Heller besonders und bestimmte die Arbeit an seinen eigenen Skulpturen.

Hellers Grundthema ist die räumliche Tiefe der Skulptur. Durch eine leichte Neigung des Steins nach vorn und einen auf die vordere Ebene gesetzten Fluchtpunkt erhält der massive Stein eine Art „Zoom-Effekt“. Bei der gewohnten Zentralperspektive laufen die gedachten Fluchtlinien auf einen Punkt im Hintergrund zu. Bei Hellers Skulpturen ist es umgekehrt. Das erzeugt Spannung und täuscht Bewegung vor. Zur Verstärkung meißelt der Künstler die Fluchtlinien seitlich in den Stein. Bei seiner bildnerischen Absicht kalkuliert der Bildhauer stark mit der Wahrnehmung und den Sehgewohnheiten des Betrachters: Wann beginnt sich eine Form in der Betrachtung aufzulösen?

Bildunterschrift: Dietrich Heller, Dichtung BildRaumBewegung XV (Libica), 2016, Kalkstein aus Österreich, Sammlung: Gerhard-Marcks-Haus, Bremen

© VG Bild-Kunst, Bonn 2022

 

Die Firma Arp

Die Firma Arp. Formenkosmos und Atelierpraxis

Ab November zeigt das Gerhard-Marcks-Haus eine Ausstellung zu den Gipsen von Hans Arp (1886-1966). Im Fokus stehen die Bedeutung des Materials für den Werkprozess und die Formfindung sowie die Atelierpraxis des Künstlers.

Ab November zeigt das Gerhard-Marcks-Haus eine Ausstellung zu den Gipsen von Hans Arp (1886-1966). Im Fokus stehen die Bedeutung des Materials für den Werkprozess und die Formfindung sowie die Atelierpraxis des Künstlers. Nach Arps Tod wurde sein Nachlass in die Obhut der eigens dazu gegründeten Stiftung Hans und Sophie Taueber-Arp e. V. gegeben. Im Besitz der Stiftung befinden sich heute etwa 300 Gipsplastiken, deren kunsthistorischer Status lange ungeklärt war. In einem kooperativen Forschungsprojekt zwischen der Stiftung und dem Gerhard-Marcks-Haus wurden seit 2018 alle Stücke untersucht, sodass für jedes einzelne Exemplar dieser Gipse Informationen über die Datierungen und die Position im Werkprozess vorliegen. Damit wird ein Defizit in der Forschung zu Arp behoben.

Die Gips-Sammlung wird 2023 zwischen Museen weltweit aufgeteilt und wird im November 2022 zum ersten und zum letzten Mal zusammenhängend im Gerhard-Marcks-Haus zu sehen sein. Die Ausstellung verbindet die beiden Erzählstränge zur Atelierpraxis und zum Formenkosmos. Zu dem Projekt erscheint eine ausführliche wissenschaftliche Publikation.

Bildunterschrift: Hans Arp, Spielerischer Torso, 1965, Gips, Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e. V., Remagen

 

© VG Bild-Kunst, Bonn 2022