Gerhard-Marcks-Haus Vorschau

 

Die Firma Arp

Die Firma Arp

Formenkosmos und Atelierpraxis

Ab November zeigt das Gerhard-Marcks-Haus eine Ausstellung zu den Gipsen von Hans Arp (1886-1966). Im Fokus stehen die Bedeutung des Materials für den Werkprozess und die Formfindung sowie die Atelierpraxis des Künstlers.

Ab November zeigt das Gerhard-Marcks-Haus eine Ausstellung zu den Gipsen von Hans Arp (1886-1966). Im Fokus stehen die Bedeutung des Materials für den Werkprozess und die Formfindung sowie die Atelierpraxis des Künstlers. Nach Arps Tod wurde sein Nachlass in die Obhut der eigens dazu gegründeten Stiftung Hans und Sophie Taueber-Arp e. V. gegeben. Im Besitz der Stiftung befinden sich heute etwa 300 Gipsplastiken, deren kunsthistorischer Status lange ungeklärt war. In einem kooperativen Forschungsprojekt zwischen der Stiftung und dem Gerhard-Marcks-Haus wurden seit 2018 alle Stücke untersucht, sodass für jedes einzelne Exemplar dieser Gipse Informationen über die Datierungen und die Position im Werkprozess vorliegen. Damit wird ein Defizit in der Forschung zu Arp behoben.

Die Gips-Sammlung wird 2023 zwischen Museen weltweit aufgeteilt und wird im November 2022 zum ersten und zum letzten Mal zusammenhängend im Gerhard-Marcks-Haus zu sehen sein. Die Ausstellung verbindet die beiden Erzählstränge zur Atelierpraxis und zum Formenkosmos. Zu dem Projekt erscheint eine ausführliche wissenschaftliche Publikation.

 


links: Hans Arp, Spielerischer Torso, 1965, Gips, Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e. V., Remagen

© VG Bild-Kunst, Bonn 2022

 

Amir Omerovic

Amir Omerovic

Catwalk

Ein Catwalk verbindet zwei Aspekte. Erstens laufen auf diesem »Präsentationssteg« nur Menschen, von denen gemeinhin behauptet wird, sie seien schön. Zweitens bewegen sie sich dort, um etwas zu zeigen, was im darauffolgenden Jahr wohl modisch »angesagt« zu sein hat.

Ein Catwalk verbindet zwei Aspekte. Erstens laufen auf diesem »Präsentationssteg« nur Menschen, von denen gemeinhin behauptet wird, sie seien schön. Zweitens bewegen sie sich dort, um etwas zu zeigen, was im darauffolgenden Jahr wohl modisch »angesagt« zu sein hat. Welcher der beiden Aspekte den anderen adelt und das Ganze zum Hingucker macht, darüber lässt sich streiten.

In seiner Werkgruppe »Catwalk« spielt Amir Omerovic (geb. 1971) mit diesen Ebenen. Die Figuren sind eindeutig zweiteilig. Ihre Körper sind Kleiderständer mit präzise beobachteten menschlichen Details. Das kann eine Nase, ein Knicks oder das Innehalten in einer Bewegung sein. Die Kleider sind in Bronze transformierte Gegenstände und Naturobjekte. Das heißt, diese Models führen vor, was der Künstler zur Kunst geadelt hat.

Die Plastiken von Amir Omerovic basieren auf genauer Beobachtung und Empathie. Intensität und Filigranität sind zu einem festen Erkennungsmerkmal seiner Bronzefiguren geworden. Omerovics Werk ist voller Bildwitz, intelligenter visueller Einfälle und Umdeutungen. Oft sind es unruhige Gestalten, in Bewegung, entschlossen und dynamisch.


links: links: Ohne Titel, 2020, Bronze; rechts: Ohne Titel, 2016, Bronze

 

Renate Hoffmann

Renate Hoffmann

Panorama Überseestadt

Wo früher die alten Häfen waren, ist heute ein pulsierender neuer Stadtteil entstanden mit Wohngebäuden, Büros, Geschäften, Cafés und Museen – die Überseestadt Bremen. Dort befindet sich der denkmalgeschützte Speicher XI mit dem Hafenmuseum und der Hochschule für Künste Bremen.

Wo früher die alten Häfen waren, ist heute ein pulsierender neuer Stadtteil entstanden mit Wohngebäuden, Büros, Geschäften, Cafés und Museen – die Überseestadt Bremen. Dort befindet sich der denkmalgeschützte Speicher XI mit dem Hafenmuseum und der Hochschule für Künste Bremen. Der ehemalige Überseehafen wurde zum »Frischezentrum«, einem Umschlagplatz für Lebensmittel, Blumen und Pflanzen. Die Künstlerin Renate Hoffmann (geb.1953) lässt sich von diesen Motiven inspirieren und erkundete mit Pinsel, Stift und Papier dieses Areal.

Im Pavillon zeigt sie ab November das Ergebnis: Die Ansicht der Überseestadt als Panoramabild aus der Vogelperspektive. Mit einem Blick kann der Betrachter das Ganze erfassen. Das Gemälde (210 x 1000 cm) ist mit Acrylfarben auf Leinwand ausgeführt, wird freistehend im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses installiert und soll den Eindruck vermitteln, dass sich der Besucher unmittelbar am Europahafen oder auf der Weserpromenade in der Überseestadt befindet.


links: Renate Hoffmann, Panorama Überseestadt, 2022, Acrylfarben auf Leinwand